Published: 2015-01-01

Zur Herkunft von Wollgeweben in Atlasbindung in Nord- und Mitteleuropa

Jerzy Maik

Abstract

In dem vorliegenden Beitrag wird die Frage der Herkunft von Wollgeweben i n Atlasbindung behandelt. I m archäologischen Material aus Nord- und Mitteleuropa sind sie durch vereinzelte Funde generell seit der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts repräsentiert. Es gibt darunter sowohl glatte Atlasse als auch gemusterte Damaste, die durch Wechsel der Atlasbindung 1/4 in Atlasbindung 4/1 entstehen (Abb. 1). Die ältesten davon sind: ein glattes Gewebe aus Elbing (2. Hälfte des 13. bzw. die Wende vom 13. auf das 14. Jh.), ein Damast aus Dublin (14. Jh.) und ein glattes Gewebe (vor 1408) aus dem Wrack des Handelsschiffs „Miedziowiec“, das in der Danziger Bucht gefunden wurde. Andere Gewebe werden frühestens auf die 2. Hälfte des 15. Jh. datiert. Zu nennen sind darunter zum Beispiel vereinzelte Funde aus Elbing, Danzig, Hameln in Niedersachsen, Lübeck, Kempten (Allgäu) in Bayern, Oslo. Ein Gewebe in Atlasbindung befindet sich auch auf einer der Lüneburger Musterkarten von 1678. Die Herkunft der Textilfunde liegt vermutlich außerhalb von West- bzw. Nordeuropa. Die Idee ihrer Herstellung kann ihren Ursprung in Italien haben, wo im Mittelalter Seidenatlasse gefertigt wurden, die als Muster für Wollgewebe dienen könnten

Keywords:

woollen fabrics, satins, Northern Europe, Central Europe, Middle Ages, modern period

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Maik, J. (2015). Zur Herkunft von Wollgeweben in Atlasbindung in Nord- und Mitteleuropa. Fasciculi Archaeologiae Historicae, 28, 59–63. Retrieved from https://journals.iaepan.pl/fah/article/view/1485

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